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3D-Druck · Material

Welches 3D-Druck-Filament für was? Der ehrliche Guide.

PLA für 80% aller Anwendungen. PETG für Outdoor. ABS nur wenn du musst. TPU für Flexibles. Die Tabelle, die du dir hättest sparen können, wären nicht 90% aller Online-Tabellen falsch.

Lesezeit12 Min NiveauAnfänger Aktualisiert22.04.2026

Vergleichs-Tabelle auf einen Blick

FilamentDüse °CBett °CFestigkeitOutdoorDruckbar bei
PLA200, 21550, 60MittelNeinAllen Druckern
PLA Plus205, 22055, 65HochBedingtAllen Druckern
PETG230, 24570, 85HochJaAllen Druckern
ABS240, 26095, 110Sehr hochJa (UV)Geschlossener Bauraum
TPU 95A220, 23540, 60FlexibelJaDirect-Drive nötig
Nylon (PA)240, 26070, 90Sehr hochJaTrockenboxen-Pflicht

PLA, der Allrounder

Das günstigste, leichteste, bunteste Material, und für 80% aller 3D-Druck-Projekte das richtige. Druckt sauber bei 200%C, riecht beim Drucken angenehm süßlich (Maisstärke-basiert), ist biologisch abbaubar.

Stärken: Einsteigerfreundlich, kein Warping, schöne Oberflächen, viele Farben/Effekte (Holz-PLA, Metallic, Glow-in-the-Dark).

Schwächen: Wird ab 60%C weich → kein Auto-Innenraum im Sommer. Nicht UV-stabil → keine Outdoor-Dauerlösung. Spröde, bricht bei Schlag.

Anwendungen: Deko, Prototypen, Spielzeug, Aufsteller, Cosplay-Teile, leichte Funktionsteile in Innenräumen.

PETG, der unterschätzte Held

Chemisch verwandt mit PET-Flaschen. Hält Sonne, Regen, Vibration. Druckt fast so einfach wie PLA, ist aber merkbar zäher und temperaturbeständig bis ~80%C.

Stärken: Outdoor-tauglich, lebensmittelecht (bei richtigen Filamenten), sehr zäh. Schöne Glasoptik.

Schwächen: Tendenz zu Stringing, Retraction muss sauber eingestellt sein. Klebt brutal am Bett (Kapton oder PEI mit Trennmittel verwenden, sonst reißt der Glas-Bett-Beschichtung ab).

Anwendungen: Halterungen draußen, Dichtungen, Lebensmittelnahe Behälter, Auto-Zubehör.

ABS, wenn es wirklich härter sein muss

Lego ist aus ABS. Sehr fest, schlagzäh, hochtemperaturbeständig, aber Drucker-feindlich. Schrumpft beim Abkühlen → Warping ohne Gnade. Stinkt giftig (Styrol). Braucht geschlossenen Bauraum mit Filterung.

Wann lohnt es? Funktionsteile mit hoher mechanischer Belastung im Auto, Werkzeuggriffe, Halterungen die Hitze abkönnen müssen.

Wann nicht? Für 95% aller Hobby-Anwendungen reicht PETG und ist viel angenehmer.

TPU, der Gummi-Spezialist

Flexibel, gummi-artig, Shore-Härte zwischen 70A (sehr weich) und 98A (gummiartig fest). Kein normales Filament, du brauchst einen Direct-Drive-Extruder (Bowden-Setups verheddern sich).

Anwendungen: Handyhüllen, Dichtungen, Stoßdämpfer-Pads, flexible Reifen, Fahrradgriffe.

Druck-Tipps: Sehr langsam (20, 30 mm/s), Retraction auf 0 oder minimal. Trocken halten, TPU zieht Wasser noch schneller als PLA.

Unsere Werkstatt-Empfehlung

Wenn du gerade erst anfängst: 1 kg PLA in Schwarz, 1 kg PLA in Weiß. Damit deckst du 90% aller Drucke ab und musst dich nicht mit Bett-Temperaturen und Filterungen rumschlagen.

Sobald du an Outdoor-Sachen oder Funktionsteile denkst: 1 kg PETG dazu. Schwarz oder transparent. Mehr brauchst du anfangs nicht.

ABS und Nylon erst, wenn du wirklich weißt warum. TPU nur mit Direct-Drive-Drucker.

Filament trocknen, fast alle vergessen es

Filament zieht Luftfeuchtigkeit. Feuchtes Filament knackt beim Drucken (Wasser im Filament verdampft im Hot-End). Trockenbox oder 4 Stunden bei 50%C im Backofen, sofort merklich besseres Druckergebnis.

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